Offene Posten managen: Liquidität sichern – Unbezahlte Rechnungen gefährden die Liquidität. Erfahren Sie, wie ein professionelles Forderungsmanagement Zahlungsausfälle verringert und den Cashflow stabilisiert.
Offene Posten sind unbezahlte Rechnungen und zählen zu den häufigsten Gründen für Liquiditätsengpässe in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Studien zufolge warten deutsche KMU im Durchschnitt 32 Tage auf die Bezahlung ihrer Rechnungen. Bei zehn Prozent der Rechnungen dauert es sogar länger als 60 Tage. Jeder Tag, an dem eine Rechnung unbezahlt bleibt, kostet Ihr Unternehmen Geld – im schlimmsten Fall sogar die Existenz. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie mithilfe eines professionellen Offene-Posten-Managements Ihre Liquidität sichern können.
Warum offene Posten für Unternehmen gefährlich sind
Offene Posten erscheinen auf den ersten Blick nur als buchhalterisches Thema. Tatsächlich haben sie jedoch weitreichende Konsequenzen für Ihr Unternehmen.
- Liquiditätsengpässe: Wenn Kunden ihre Rechnungen nicht begleichen, fehlt Ihnen das Geld für Materialien, Gehälter und laufende Kosten. Selbst profitable Unternehmen können durch Zahlungsausfälle in eine existenzbedrohende Lage geraten.
- Zinskosten: Wenn Sie Ihre Rechnungen nicht pünktlich bezahlen, verlieren Sie Skonti und müssen unter Umständen Verzugszinsen oder Mahngebühren an Ihre Lieferanten zahlen. Auch Ihre Personalkosten können durch Liquiditätsengpässe gefährdet werden.
- Verwaltungsaufwand: Mahnwesen, Nachfassen, Zahlungsvereinbarungen – jede unbezahlte Rechnung bedeutet zusätzlichen Verwaltungsaufwand.
- Forderungsausfälle: Je länger eine Rechnung offensteht, desto höher ist das Risiko eines Totalausfalls. Nach 90 Tagen sinkt die Eintreibungswahrscheinlichkeit drastisch.
Offene-Posten-Liste richtig lesen
Die Offene-Posten-Liste (OPL) ist das wichtigste Werkzeug in Ihrem Forderungsmanagement. Sie zeigt alle unbezahlten Eingangs- und Ausgangsrechnungen inklusive Fälligkeitsdatum, Betrag und Überfälligkeitsdauer. Zusammen mit Ihrer BWA ergibt sich ein umfassendes Bild Ihrer finanziellen Lage. Sie sollten mindestens wöchentlich eine gut gepflegte OP-Liste prüfen.
Achten Sie dabei insbesondere auf die Altersstruktur Ihrer Forderungen. Wie viel Prozent Ihrer offenen Posten sind weniger als 30 Tage alt? Wie viele sind 30 bis 60 Tage überfällig? Gibt es Forderungen, die seit mehr als 90 Tagen offen sind? Steigende Überfälligkeitsquoten sind ein Frühwarnsignal, das umgehend gehandelt werden muss.
Strategische Maßnahmen für besseres Offene-Posten-Management
Rechnungen sofort stellen
Der häufigste Fehler ist, dass Rechnungen erst Tage oder Wochen nach der Leistungserbringung geschrieben werden. Jeder Tag, um den die Rechnungsstellung verzögert wird, verschiebt den Zahlungseingang. Idealerweise erstellen Sie Rechnungen unmittelbar nach Abschluss der Leistung, spätestens jedoch am selben Tag.
Klare Zahlungsbedingungen definieren
Legen Sie Zahlungsziele fest und kommunizieren Sie diese eindeutig auf jeder Rechnung. Beispiel: Zahlungsziel 14 Tage, bei Zahlung innerhalb von sieben Tagen zwei Prozent Skonto. Kurze Zahlungsziele und Skontoanreize beschleunigen den Zahlungseingang erheblich.
Automatisches Mahnwesen einrichten
Richten Sie ein dreistufiges Mahnsystem ein. Freundliche Zahlungserinnerung nach drei Tagen Überfälligkeit, erste Mahnung nach 14 Tagen, zweite Mahnung mit Fristsetzung nach 28 Tagen. Durch automatisierte Mahnprozesse wird Zeit gespart und es wird sichergestellt, dass keine überfällige Rechnung übersehen wird.
Bonität neuer Kunden prüfen
Prüfen Sie die Bonität eines neuen Kunden, bevor Sie ihm Zahlungsziele einräumen. Wirtschaftsauskunfteien liefern schnell und kostengünstig Informationen über die Zahlungsfähigkeit potenzieller Kunden. Mit Risikokunden können Sie Vorkasse oder Anzahlungen vereinbaren.
Abschlags- bzw. Teilzahlungen bei großen Aufträgen
Bei Aufträgen mit hohem Volumen, wie sie etwa im Handwerk üblich sind, sollten Sie Teilzahlungen vereinbaren. Eine Anzahlung wird bei Auftragserteilung fällig, weitere Teilzahlungen bei Erreichen definierter Meilensteine und die Schlusszahlung bei Abnahme. So verteilen Sie das Risiko und sichern Ihren Cashflow.
Offene Posten wöchentlich prüfen
Machen Sie die wöchentliche Prüfung der OP-Liste zu einer festen Routine! Identifizieren Sie überfällige Posten, priorisieren Sie die Beträge mit den höchsten Summen und ergreifen Sie umgehend Maßnahmen.
Professionelle Unterstützung nutzen
Ihr Buchhaltungsdienstleister kann das Offene-Posten-Management für Sie übernehmen oder Sie dabei unterstützen. Zu den Leistungen gehören regelmäßige OP-Auswertungen, automatisierte Mahnläufe und ein Reporting über die Altersstruktur Ihrer Forderungen. Das ist einer der vielen Vorteile einer ausgelagerten Finanzbuchhaltung.
Fazit
Ein professionelles Offene-Posten-Management ist für jedes Unternehmen Pflicht und keine Kür. Durch klare Prozesse, kurze Zahlungsziele und ein konsequentes Mahnwesen sichern Sie Ihre Liquidität und vermeiden so existenzbedrohende Engpässe. Benötigen Sie Unterstützung beim Forderungsmanagement? Wir helfen Ihnen gerne dabei, Ihre offenen Posten in den Griff zu bekommen.